SCSH01
Nach der Geburt ihrer Zwillinge wurde für die Bauherren, einer Grafik-Designerin und einem Filmregisseur mit ihrem Sohn, die 3-Zimmer-Wohnung im ersten Obergeschoss einer malerischen Hinterhofbebauung in HH-Eimsbüttel viel zu klein. Glücklicherweise konnte die darunterliegende Erdgeschosswohnung hinzugekauft werden, um beide Teile zu einer Maisonettewohnung zusammenzufassen.
Als Verbindung zwischen den Etagen ist eine Treppenskulptur eingefügt, die im Erdgeschoss in ein U-förmiges Sitzmöbel übergeht. Beide Geschosse bleiben weiterhin über das Haupttreppenhaus erschlossen. Im privaten Obergeschoss (ca. 80 m2) sind nun alle Schlaf- und Kinderzimmer sowie das Hauptbadezimmer angesiedelt. Das Erdgeschoss wurde komplett entkernt und saniert und wird als Wohnraum mit neuer Küche und Essbereich genutzt. Das Möbel ist Sideboard, Stauraum und Wohnzimmercouch in wechselnder Besetzung. Sämtliche Einbauten inklusive der Podeststufen sind mit Schubladenelementen ausgestattet. Die Trittstufen sind weiß lackiert und führen auf dem Weg nach unten zum weißen Wohnzimmermöbel. Die gelben Setzstufen bilden auf dem Weg nach oben eine Einheit mit dem monochrom gelben Treppenraum. Tagsüber wird das Treppeninnere durch eine Öffnung mit einem laminierten Polyesterrost (GFK) beleuchtet. Abends wird der Rost zum leuchtenden Fenster. Das neue Gästebad ist komplett mit gelben Glasfliesen ausgekleidet und stellt so, zusammen mit der gelben Küche, die Beziehung zum Treppenraum her. Die Gleitschiebetür im Obergeschoss ist aus einem glasfaserverstärkten, laminierten Polyesterrost (GFK) ausgeführt und mit zwei Klettergriffen ausgestattet.

Das Stair Case Study House 01 schafft Raumbeziehungen und Blickachsen, die über eine funktionale Verbindung der Geschosse hinausgehen. Der komplexe Treppenraum als Engpass zwischen den Stockwerken erschliesst sich erst auf den zweiten Blick. Die Neugestaltung des Erdgeschosses mit Küche, Bad und Wohnzimmerskulptur erzeugt trotz eingeschränkter Flächen einen großzügigen Raumeindruck, ohne Funktionalität einzubüßen. Besondes helfen hierbei die einheitliche Formensprache, die hochwertigen Oberflächenmaterialien sowie das konsequente Farbkonzept.