Shotgun House – Hamburg 2016

Als die Reihenhaus-Anlage von 28 Häusern in Hamburg Groß Flottbek im Jahre 1949 gebaut wurde, freuten sich die Bewohner im Nachkriegsdeutschland über 69 qm Wohnfläche auf einer Grundstücksfläche von 205 qm. Im Jahre 2016 sind die Ansprüche an die Wohnungsgrößen zwar gestiegen – aber dennoch vereinbar mit dem Raumpotenzial, das eines der Reihenmittelhäuser bereit hält.
Minimale Eingriffe steigern sowohl die Raumqualitäten als auch die Wohnflächen.
Im Erdgeschoss sind die Wände von Küche und Flur zugunsten eines großzügigen Koch- und Essbereiches zurückgebaut. Zwei kreisrunde Innenfenster im Kellerabgang gewähren, einer Projektilspur gleich, eine Vista quer durch das gesamte Haus.
Die Referenz an die amerikanischen „shotgun houses“ des 19. Jahrhunderts bezieht sich jedoch auf den Verzicht eines Flures und die direkt verbundenen Räume des Erdgeschosses und weniger auf die Möglichkeit eines direkten Schusskanales vom Eingang zum Garten.

Obwohl das Haus nach DIN kaum an Quadratmetern gewann, sind durch das neu erschlossene Dachgeschoss und den ausgebauten Keller ca. 15 qm an nutzbarer Fläche hinzugewonnen worden – was einen Zuwachs von über 20% bedeutet.

Das Zimmer im Obergeschoss ist mit einem großen beleuchteten Bullaugenfenster an den Treppenraum angebunden, wiederholt somit das Thema des Erdgeschosses und bezieht sich auf die fast organisch anmutende Gestaltung der Spitzbodentreppe. Diese ist höchst effizient in den Flur eingepasst und bietet trotz einer Steigung von über 50° noch einen erstaunlich guten Laufkomfort und ist mit einem integrierten Handlauf ausgestattet. Ähnlich zu früheren Projekten dient ein lichtdurchlässiger und begehbarer Polyesterrost (GFK) als Klappe und Zimmertür zum Spitzboden.